Infos zum Cup

"Grünau kann anders - Antirassismuswoche Grünau"

Der äußerste Westen Leipzigs. Jede menge Plattenbauten. Als Ghetto verschriehen und Wunschheimat vieler Nazis!
So wird der Leipziger Stadtteil Grünau sehr gern dargestellt, wobei auch oft übertreiben wird. Einiges kann aus antifaschistischer und realistischer Sicht jedoch nicht abgestritten werden und muss sogar gegenüber vieler alteingesessener BewohnerInnen verteidigt werden!
Grünau war sehr lange eine Hochburg neonazistischer Aktivitäten und es lebt sich auch jetzt noch sehr schön für viele Nazis, auch wenn das Aktionspotential klar gesunken ist.

Klar zu machen gilt jedoch, dass Grünau keine sogenannte "No-Go-Area" mehr für alternative und linke Jugendliche und ImmigrantInnen ist. Auch und besonders weil es schon immer sehr starke und eigenwillige antifaschistische Projekte und Jugendgruppen im Stadtteil gab. An diese Tradition will das AJZ Bunte Platte anknüpfen und möchte aber auch zeigen, dass der Alltagsrassismus und die Diskriminierung anderer Mitmenschen großer Bestandteil der aktuellen Hegemonie in Grünau ist!

Aus diesem Grund haben wir die "Antirassismuswoche Grünau" ins Leben gerufen und wollen mit den verschiedensten Veranstaltungen und Nebenprojekten die Möglichkeit zur Aufklärung und zur Entwicklung eigenem Engagements bieten.

Was euch aber alles genau im Einzelnen erwartet, erfahrt ihr auf den unten stehenden Zeilen.
Weitere Infos erhaltet ihr zusätzlich über die Menüliste auf der linken Seite unter "Wochenprogramm".
Die genauen Details zum Cup, also zum 07.08.2010 findet ihr ebenfalls dort unter "BPC Programm".

Wann und Was:

Ausstellung »Strafraum Sachsen«

Die ganze Woche über wird täglich ab 15 Uhr die Ausstellung der IVF - Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball zu sehen sein. Der Rote Stern Leipzig e.V. ist Mitorganisator dieser Initiative, die Workshops und Vorträge gerade für niederklassige Vereine anbietet, um für das Thema Diskriminierung im Fußball zu sensibilisieren.

Die Ausstellung »Strafraum Sachsen« greift das Thema auf und visualisiert verschiedene Formen der Diskriminierung mit Fokus auf den Leipziger Fußball.

Vorurteile, Klischees und Stereotype erfüllen noch immer für viele Menschen eine wichtige Funktion. Während ökonomischer Schieflagen oder schwierigen privaten und gesellschaftlichen Krisen helfen sie, die scheinbare Verantwortung dafür in klare Feindbilder umzuwandeln. Die Frage nach den Opfern solcher Diskriminierungen dagegen wird selten gestellt, wirken die Diskriminierungen doch gruppenspezifisch, das heißt: Durch diese werden Personen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe oder AnhängerInnen eines Lebensstils imaginäre Eigenschaften zugeschrieben, um sie dadurch angreifbar zu machen. Diese dann im allgemeinen Sprachgebrauch als »Minderheiten« bezeichneten Gruppen werden zu Sündenböcken für angebliche Fehlentwicklungen gemacht. Zwar sprechen sowohl die komplexe Logik unserer modernen Gesellschaft als auch gesunder Menschenverstand gegen solche Schuldzuweisungen, jedoch sind sie immer und überall präsent. Gerade auf dem Sportplatz, wo im Rahmen von Fußballspielen scheinbar eigene Regelwerke gelten und Menschen sich »noch frei und ungeschminkt« äußern können, wird dieser Hang zu eindeutigen gruppenspezifischen Diskriminierungen zunehmend ausgelebt.

Ausstellungseröffnung ist am Montag den 2.8. um 15:00 Uhr.

Außerdem am Montag, 2.8.2010, 19 Uhr

Referat mit Ulrike Fabich (IVF) mit anschließender Diskussion. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den Themen Rassismus, Antisemitismus und Homophobie beim Fußball.

Anschließend wird der Dokumentarfilm »Football is Freedom« gezeigt, der vom Fanprojekt des SV Darmstadt 98 und der Aktionsgemeinschaft bewegungsorientierte Sozialarbeit e.V. produziert und mit Jugendlichen der »Ultras Darmstadt« gedreht wurde. Auch diese Doku behandelt verschiedene Formen der Diskriminierung im Fußballkontext.


Dienstag 3.8. 2010, 16-22 Uhr

Vortrag und Workshop zum »Argumentieren gegen rechte Einstellungen«

von und mit zwei MitarbeiterInenn des Conne Island

Anmeldung erwünscht unter:

Ob Thor Steinar T-shirt, homophobe Sprüche beim Fussball oder antisemitische Ausfälle, rechte Einstellungen und deren Auswüchse im Alltag erfordern ein entsprechendes selbstsicheres Argumentieren und Handeln. Dazu müssen die ideologischen Hintergründe rechter Einstellungen bekannt sein, ebenso wie eine klare Strategie für die Fragen: Wann kann noch argumentiert werden und ab welchem Punkt muss man handeln? Im Workshop werden die Grundlagen des Argumentierens vermittelt und Handlungsstrategien entwickelt, wie im Alltag mit rechten Einstellungen umzugehen ist.

Mittwoch 4.8.2010 19 Uhr

»Nazis im Film – zwei Beiträge gegen Alltagsrassismus und Antisemitismus«

»Die Tragödie der Provinz. Neonazis und Zivilgesellschaft im

Vogtland« (Dokumentarfilm von Maik Baumgärtner und Ralf Zimmermann, 2010)

Das Vogtland, ein Gebiet, das Teile der Bundesländer Bayern, Thüringen und Sachsen umfasst, ist nicht besonders bekannt. Noch heute leben die Städte in der Region vom Ruf längst vergangener Zeiten. Viel ist vom alten Glanz der einstmals durch Industrie und Kultur geprägten Gegend nicht übrig geblieben. Im thüringischen und sächsischen Vogtland existieren nationalistische und demokratiefeindliche Strukturen, die es geschafft haben, Angsträume für Andersdenkende zu etablieren. Menschen, die sich gegen Neonazis engagieren, sehen sich oft mit einer erkenntnisresistenten Öffentlichkeit konfrontiert. Die Angst, Opfer rechter Gewalt zu werden, gehört für viele zum Alltag.

»Russia 88« (Film von Pavel Bardin, Russland, 2009)

»Die Nazigang Russia 88 filmen Propagandavideos, um sie im Internet zu veröffentlichen. Nach und nach gewöhnen sie sich aber an die immer aktive Kamera und ignorieren sie. Der Anführer der Gruppe findet im Verlauf heraus, dass sich seine Schwester mit einem kaukasischen Mann trifft...«

Der Film, der auf der Berlinale 2009 im Panoramaprogramm lief, versteht sich als »Mockumentary«. Damit werden Grenzen zwischen Fiktion und Realität vermischt und es entsteht der Eindruck eines authentischen Dokumentarfilms. Reales Vorbild für »Russia 88« mag z.B. die Moskauer Nazigruppe »Combat 18«, die sich nach der »Blood & Honour«-Formation in
Großbritannien nannten, gewesen sein. Ende Dezember 2009 wurde vor dem Landgericht in Samara gegen den Film geklagt. Der Film sei extremistisch und dürfe nicht mehr gezeigt werden. Mehrere Regionalgerichte beschäftigten sich mit dem Fall, kamen aber zu gegensätzlichen Schlussfolgerungen. Eine Entscheidung und die damit mögliche Zensur steht noch aus.

Donnerstag 5.8.2010, 19 Uhr

»Haare auf Krawall – Jugendsubkultur in Leipzig 1980–1991«

Lesung und Diskussion mit der Mitherausgeberin Cornelia Mareth

Im jetzt in dritter Auflage erscheinenden Buch »Haare auf Krawall. Jugendsubkultur in Leipzig zwischen 1980 bis 1991« sind in 27 Einzelberichten Aspekte des Widerstandes und kultureller Unangepasstheit in der DDR – im speziellen in Leipzig – versammelt. Anlässlich der Neuauflage liest die Mitherausgeberin Cornelia Mareth aus dem Buchklassiker und diskutiert mit Euch Fragen zu Lebensalltag, Herrschaftssystem, Politisch-sein und Rebellion während der letzten zehn Zonenjahre und in den Anfangsjahren des sich wiedervereinigenden Deutschlands.

Freitag 6.8.2010, 19 Uhr

»Neonazis in Sachsen 2010 – aktuelle Entwicklungen, Schwerpunkte und Tendenzen« Diskussionsveranstaltung mit Peter Konradi

Die heutige Neonaziszene ist sowohl ideologisch als auch kulturell stark ausdifferenziert. Entsprechend den intensiven gesellschaftlichen Veränderungsprozessen, verändern und passen sich Neonazis auch an. Mittlerweile sind sie in fast allen Jugendkulturen zuhause und forcieren diese Nachahmung. Neben diesem eher subkulturellen Aspekten entwickeln sich gerade auch Sachsens Neonazis mehr und mehr zu national-sozialistisch ideologisierten »freien Kräften« und stellen so einen stärker werdenden Gegenpart zur NPD dar. Der Vortrag versucht aktuelle Entwicklungen in der Neonaziszene unter verschiedenen Aspekten zu beleuchten.

Samstag 7.8.2010

ab 10 Uhr Bunte Platte-Cup, Workshops, Antirassismus-Straße, Kinderbespassung, Kicker und Tischtennis, BBQ und veganes Essen, Djs

ab 20 Uhr Konzert in der Bunten Platte mit Cut my skin, Amen81 + Special Guest!

Ihr könnt noch immer Teams für den Cup anmelden und euch bis an die Spitze kämpfen! Reiht euch ein in die Liste der bisherigen SiegerInnen.
Statistiken, Anmeldebedingungen und weitere Informationen zum Cup, findet ihr auf dieser Homepage.

Die Antirassismuswoche sowie der Cup sind geplant und organisiert in Kooperation mit Atari e.V., Conne Island, Roter Stern Leipzig e.V. und Linxxnet e.V..

Gefördert ist die Antirassismuswoche sowie der Cup im Rahmen des »Bundesprogramms Vielfalt tut gut« und des Lokalen Aktionsplans der Stadt Leipzig.


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